5 Kameraeinstellungen, die deine Wildlife-Fotografie sofort verbessern

Nach längerer Pause gibt es endlich auch wieder mal ein Video, in dem ich die heutigen Themen im Detail bespreche und zeige. Schau gerne vorbei!

Hier sind meine Top 5 Kamera-Einstellungen, ohne die ich nicht mehr mit dem langen Tele arbeite.

1. Back-Button-Fokus (Fokus und Auslöser trennen)

Dieser Tipp ist übrigens nicht nur für die Tierfotografie praktisch und lässt sich mittlerweile mit den meisten modernen Kameras problemlos umsetzen. Nach der ersten Eingewöhnung, möchte man gar nicht mehr anders arbeiten… So geht es mir zumidenst.

Bei den meisten Kameras liegt der Autofokus standardmäßig auf dem Auslöser (halb durchdrücken), dies ist auch durchaus OK. Allerdings hat es entscheidende Vorteile, wenn wir diese beiden Funktionen, also auslösen und fokussieren, auf zwei Knöpfe aufteilen. In der Wildlife-Fotografie kann die herkömmliche Standardeinstellung hinderlich sein, besonders wenn sich ein Tier hinter Ästen bewegt. Indem du den Autofokus auf eine Taste auf der Rückseite der Kamera legst (AF-ON), hast du die volle Kontrolle. Du fokussierst mit dem Daumen, und wenn der Fokus sitzt, lässt du los. So kannst du im perfekten Moment einfach nur auslösen, ohne dass die Kamera von Zweigen oder Gräsern im Wind abgelenkt wird. Durch diesen Backbutton Focus konnte ich schon einige Bilder aufnehmen, die ich ohne diese Vergehensweise nicht hätte machen können. Wenn man diese Einstellung erst mal gewohnt ist, möchte man gar nicht mehr zurück. Du hast jederzeit die Kontrolle, ob du als AF-S oder AF-C arbeiten möchtest, ohne irgendwas an der Kamera zu ändern. Für mich ist diese Einstellung sowohl bei der Tierfotografie, als auch bei der Landschaftsfotografie ein riesen Vorteil.

2. Fokusfeld blitzschnell wechseln

Tiere halten sich selten an Regeln. Ein Vogel sitzt ruhig auf einem Ast (perfekt für den kleinen Spot-Autofokus), und im nächsten Moment fliegt er auf dich zu. Jetzt wäre natürlich ein größeres Feld toll. Oder zuerst verfolgst du den Vogel mit der Kamera und plötzlich setzt er sich ins dichte Geäst und das Tracking verliert den Vogel aus dem Bild. Jetzt ist es schwierig, den richtigen Fokus zu finden, durch die ganzen Ablenkungen. Ein kleines Feld, ist nun die ideale Lösung. Wenn du dafür erst umständlich ins Menü musst, ist das Motiv längst weg. Lege dir den Wechsel des Fokusfeldes einfach auf eine leicht erreichbare Taste oder ein Wahlrad. So kannst du blind zwischen einem präzisen Punkt und einem großen Tracking-Bereich hin- und herschalten. Außerdem kannst du die Felder auch beschränken, zwischen denen du hin und her wechseln kannst. Durch diese Beschränkung musst du nicht alle 20 verschiedenen Optionen durchwechseln.

3. Pre-Capture (Der Zeitmaschinen-Modus)

Diese Funktion ist pure Magie! Wenn du zum Beispiel darauf wartest, dass ein Eisvogel ins Wasser stürzt, oder der Reiher mit dem Kopf auf einen Fisch zustößt, sind wir als Menschen leider etwas zu langsam. Selbst die Reaktionsschnellsten Menschen sind deutlich zu langsam. Aus Recherche ergibt sich, dass die Dauer zwischen dem S-Bogen im Hals bis zum erreichen des Fisches im Wasser nur etwa 100 Millisekunden dauert. Das heißt, dass selbst die reaktionsschnellsten Menschen nur den letzten Teil dieser Szene aufnehmen würden. Menschen haben üblicherweise eine Reaktionsgeschwindigkeit von 200-300 Millisekunden, top Werte sind 100-150 Millisekunden.

Mit dem sogenannten Pre-Capture werden während der Fokussierung bzw. dem halb gedrückten Auslöser, ständig Fotos in den Puffer gespeichert. Dieser Zwischenspeicher wird dabei beschrieben und nach einer gewissen Zeit werden die Bilder wieder verworfen und die neuesten Sequenzen aufgenommen. Sobald du nun den Auslöser tatsächlich durchdrückst, schreibt die Kamera nicht nur das aktuelle Bild, sondern auch die Momente vor dem Drücken des Auslösers. Diese grandiose neue Technik ist sehr rechenintensiv und ist daher auch hauptsächlich den teuren Profikameras vorbehalten.

Wenn du auf den Abflug eines Vogel wartest, dann musst du nicht hunderte oder tausende von Fotos aufnehmen, sondern nur warten, bis er abgeflogen ist und anschließend abdrücken. Jetzt nimmt die Kamera, quasi die Vergangenheit auf und du hast dein Wunschbild auf der Speicherkarte.

aufgenommen mit der Sony A1 II und aktiviertem Pre Capture

4. Die Action-Taste (Custom Button)

Du machst gerade kreative Bilder, ICM oder mitzieher von Vögeln oder einfach nur von der Landschaft, weil gerade nix passiert. Plötzlich fliegt ein wunderschöner Vogel in einer tollen Entfernung an deiner Kamera vorbei und du hast noch die völlig falschen Einstellungen. Alles wird nur unscharf und verwischt, unbrauchbar. Doch was wäre, wenn deine Einstellungen auf Knopfdruck genau passen?

Und genau darum gehts in dieser Einstellung. Du kannst auf einen Knopf, den du gut erreichst Einstellungen abspeichern, die beim Drücken aufgerufen werden. Jetzt hast du die Möglichkeit diese Einstellungen jederzeit abzurufen. Und das auch, wenn du keine Zeit hast ins Menü zu gehen. Wichtig ist nur, dass du diesen Knopf gut erreichst und noch einen Finger für den Auslöser frei hast.

Diese Custom Recall bzw. Halten Funktion ist eine wirklich sinnvolle Einstellung, die du in jedem Fall andenken solltest zu verwenden. Einige meiner Bilder konnte ich durch diese Taste erhalten. Zusätzlich bin ich auch freier in meiner Entscheidung, etwas ungewöhnliches auszuprobieren. Ich habe keine Angst, dass ich was verpasse, wenn ich die völlig falschen Einstellungen habe. Ich kann alles probieren was ich mag und drücke bei Bedarf meinen Action-Knopf und alles ist gut;-)

Wenn ich den Knopf drücke dann habe ich plötzlich 1/2500s | f/2,8 (wenn möglich) | ISO Auto | Breites Fokusfeld | schnelles Serienbild | Tiererkennung und Verfolgung - Mit diesen Einstellungen bin ich auf der sicheren Seite. Die einzige Anpassung, die ich bei Bedarf mache, ist die Änderung der Belichtungszeit, manchmal verwende ich 1/1250 s und manchmal 1/4000 s. Das hängt einerseits vom Motiv bzw. den Tieren ab und andererseits auch von der noch vorhandenen Lichtmenge.

5. Speedboost (Maximale Serienbildrate)

Schneller ist immer besser! Vielleicht auch nicht. Also zumindest beim Fotografieren von schneller Action und vögeln im Flug ist die Schnelligkeit der Kamera wirklich ein großer Vorteil. Je schneller die Kamera umso mehr schöne Flügelpositionen können erwischt werden. Dadurch, dass ich diese Funktion auch auf einem Knopf habe, muss ich nicht immer mit der hohen Serienfunktion fotografieren, sondern nehme die ruhigen Szenen mit der niedrigen Geschwindigkeit auf und die Action Szenen mit der hohen Geschwindigkeit. Somit habe ich das Beste beider Welten…wieder mal

Ich bin schon sehr gespannt auf dein Feedback. Wie fotografierst du und nutzt du auch diese Einstellungen?

Willst du das Ganze in Aktion sehen? Die Theorie ist das eine, aber oft hilft es, wenn man es direkt sieht. In meinem brandneuen YouTube-Video zeige ich dir genau, wie diese Einstellungen in der Praxis funktionieren und welche Bilder dadurch erst möglich wurden.

https://youtu.be/hlh_9ovXpeo

Schau dir das Video an und schreib mir unbedingt hier in die Kommentare oder unter das Video: Welche dieser Einstellungen nutzt du bereits und welche wirst du beim nächsten Mal in der Natur direkt ausprobieren?

Ich freue mich, auch sehr, wenn ihr mit mir gemeinsam fotografieren wollt! 📸🌿

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