Filter – Was man darüber wissen sollte

Filter – Was man darüber wissen sollte
Durch lange Belichtung konnte ich hier diesen effekt erzielen und den Nebel als fließendes Element darstellen.

Filter Yes or No?

Die Frage ob Filter noch notwendig sind polarisiert sehr stark. Wie in vielen Fällen ist auch hier die Antwort: Es kommt darauf an. Abhängig von der eigenen Arbeitsweise und der jeweiligen Vorliebe unterscheiden sich hier die Ansichten. Generell kann man jedoch sagen: Wenn man Filter verwenden möchte, sollten sie von hoher Qualität sein. Wie auch Objektive sollten Filter aus hochwertigem Glas gefertigt und exakt produziert sein um beste Ergebnisse zu erhalten. Welche Filter man wofür braucht und welchen Filter man nicht ersetzten kann folgt.

Welche Filter gibt es?

Neben den bekannten und vielverkauften UV-Filtern, Schutzfiltern und Polfiltern gibt es die wieder aufstrebenden Verlaufsfilter und Graufilter. Zusätzlich dazu gibt es noch Clear Night Filter, Infrarotfilter uvm. die in der Funktion sehr speziell sind. Man findet den Großteil der Filter als Schraubfilter, die man direkt auf das Gewinde des Objektivs befestigt. Das hat Vorteile sowie auch ein paar Nachteile.

Schrauben oder Stecken?

Möchte man Filter direkt an das Objektiv schrauben ist es definitiv die kompakteste Variante und preislich auch recht günstig. Besitzt man jedoch mehrere Objektive mit unterschiedlichen Gewinden, so benötigt man für jeden Objektivdurchmesser eigene Filter. Abhilfe kann man sich hierbei teilweise noch mit Reduktionsringen schaffen. Diese Reduktionsringe ermöglichen beispielsweise eine Befestigung eines Filters mit Durchmesser 77 mm auf deinem Objektiv mit Durchmesser 72 mm. Somit kann man einen Filter für unterschiedliche Objektivdurchmesser verwenden. Das große Problem dabei ist die zusätzliche Schraubarbeit. Vor allem mit kalten Fingern kann es hier sehr mühsam sein.

Neben den Schraubfiltern gibt es sogenannte Steckfiltersysteme. Diese Systeme ermöglichen eine sehr Modulare Verwendung von mehreren Filtern in Kombination. Somit können sehr schnell unterschiedliche Filterkombinationen verwendet und ausgetauscht werden. Der große Vorteil ist die hohe Flexibilität und das schnelle Handling. Je nach Objektiv und System können bis zu vier Filter kombiniert werden. Hier können zum Beispiel ein Polfilter, ein Graufilter und ein Grau-Verlaufsfilter gleichzeitig verwendet werden. Aber benötigt man so viele Filter für ein Bild? Häufiger als man denkt ist die Antwort darauf, Ja!

Mein Fazit dazu lautet: Ich verwende eine Kombination aus Schraub und Steckfilter. Für Wanderungen und Fotografieren aus der Hand verwende ich häufig Polfilter zum Schrauben. Sobald ich am Stativ arbeite habe ich fast ausschließlich das Steckfiltersystem auf der Kamera. Hierfür gibt es unterschiedliche Adapter für jedes Objektiv und man kann sehr schnell und effizient arbeiten.

Der Polfilter.

Mein Lieblingsfilter. Aber warum verwende ich diesen so gerne und was bringt er? Der Polfilter kann bei richtiger Anwendung beste Kontraste und satte Farben ins Bild bringen. Zusätzlich können Spiegelungen reduziert werden. Somit kann die Bildwirkung sehr stark beeinflusst werden. Durch diese umfangreiche Verbesserung in unterschiedlichsten Aufnahmesituationen findet der Polfilter auch in den verschiedensten Disziplinen seinen Platz.

Wie funktioniert der Polfilter?
Das Licht besteht aus Wellen und Teilchen, und wird von jedem Objekt reflektiert. Es gibt immer auch einen diffusen Anteil, egal wie gerichtet Lichtstrahlen sind. Somit trifft immer auch Streulicht auf den Sensor der Kamera. Dieses Streulicht reduziert im Wesentlichen den Kontrast und die Farbenpracht im Bild. Der Polfilter reduziert den Einfall von seitlichem Licht und akzeptiert hauptsächlich Licht, welches von einer bestimmten Richtung kommt. Durch drehen des Filters wird der Grad der Filterung bestimmt und somit auch die Wirkung sehr stark beeinflusst. 

Before After

In welchen Situationen verwende ich Polfilter?

Egal ob Architektur, Landschaft, Food, Produkt oder Werbung, der Polfilter findet in sehr vielen Gebieten seine Anwendung. Häufig stellt sich die Frage, welchen Effekt man erzielen möchte und dadurch stellt sich auch heraus, welches Equipment dafür notwendig ist. Bei spiegelnden Oberflächern, Häuserfassaden, Autos, Wasseroberflächen oder im Wald lassen sich in unterschiedlichsten Umgebungen Spiegelungen reduzieren und ruhigere Bilder erstellen. Jedoch nicht nur Spiegelungen werden reduziert, auch der Kontrast lässt sich bei geeigneten Bedingungen teilweise sehr stark erhöhen und dadurch viel imposantere Bilder anfertigen. Beispielsweise lässt sich der Kontrast im Himmel an sehr schönen Tagen massiv erhöhen und damit heben sich die Wolken noch stärker vom blauen Himmel ab und es entstehen deutlich strahlendere Bilder.

Somit ist der Polfilter der einzige Filter, den ich nicht durch digitale Bearbeitung vollständig simulieren kann, ohne qualitative Verluste zu erleiden. Die Effekte lassen sich vor Ort am Bequemsten und Besten realisieren. Hier der link zu tollen Polfiltern. 😉

Before After

Der Graufilter ist ein sehr wichtiges Werkzeug um die Bildwirkung massiv zu beeinflussen. Aber was ist ein Graufilter eigentlich?
Im Grunde sind ND-Filter (Neutral Density = Neutraldichte), bzw. Graufilter nichts anderes als Sonnenbrillen für die Kamera. Die Filter dienen der Reduzierung von Licht, also der Verlängerung der Belichtungszeit. Damit kann man die Belichtungswerte nach den eigenen Vorstellungen anpassen und verändern. 

Welche ND-Filter gibt es?
Neben den unterschiedlichen Filterherstellern, von denen ich HAIDA Filter deutlich empfehle, gibt es unterschiedliche Filterstärken. Bei den Filterstärken gibt es unterschiedliche Angaben:

– ND-Nummer (z.B. 0,9)
– Blendenstufen (3 Stop)
– Verlängerunsfaktor ( 8x)

Diese drei Bezeichnungen ND 0.9, 3 Stop und 8x bedeuten alle die selbe Verlängerung der Belichtungszeit bzw. Reduktion der einfallenden Lichtmenge. Alle drei Bezeichnungen könnten auf dem selben Filter gefunden werden. Die Belichtungszeit wird um 3 Blendenstufen bzw. 8-Fach verlängert.

Neben 8x (8-Fach) gibt es auch noch 16x, 32x, 64x, 1000x, 4000x und 32000x. Die einzelnen Filter lassen sich im Filterhalter auch noch kombinieren und man erhält dadurch weitere Möglichkeiten der Belichtungszeitverlängerung.
Hier ist jedoch auch immer die bevorzugte Bildwirkung und der erwünsche Effekt zu hinterfragen. Grundsätzlich benötige ich bei einer vollkommen unbewegten Szene im Innenraum keinerlei ND-Filter, da keine Bewegung stattfindet. Andererseits kann ich am hellen Tag einen hoch frequentierten Platz nahezu Menschenleer-fotografieren, wenn ich die Belichtungszeit durch Graufilter stark erhöhe. Analog zum Beispiel mit dem Menschenleeren Platz gibt es auch bei schnell ziehenden Wolken sowie jeglichem bewegten Wasser wunderbare Anwendungsmöglichkeiten durch die Verwendung von Graufiltern. 

Ähnlich dem Graufilter dunkelt der Grau-Verlaufsfilter (GND) das Bild ab, hier jedoch nur teilweise. Durch einen graduellen Verlauf werden Teile des Bildes gezielt abgedunkelt und somit können auch sehr schwierige Lichtstimmungen mit sehr hohem Dynamikumfang in einem Bild aufgenommen werden.

Welche Verlaufsfilter gibt es?
Ähnlich den Bezeichnungen der Graufilter gibt es auch bei den Verlaufsfiltern die drei unterschiedlichen Bezeichnungen und damit die gleiche Veränderung der Lichtwerte zumindest Teilweise im Bild. Zusätzlich zur stärke der jeweiligen Filter gibt es auch noch Unterschiede im graduellen Übergang, sowie Art des Verlaufs. Hier gibt es soft, medium und reverse grad. Zusätzlich gibt es noch sogenannte Horizon Filter, die so positioniert werden können, dass nur der extrem helle Bildbereich am Horizont abgedunkelt werden kann und somit am Meer auch der gleißende Sonnenuntergang richtig belichtet werden kann. 

Hin und wieder höre ich im Vorfeld auch Kritik gegenüber den Verlaufsfiltern. Manche behaupten, man könnte nur bei absolut geradem Horizont einen GND Filter verwenden. Beim Großteil meiner Bilder verwende ich Verlaufsfilter und sehr häufig sind am Horizont Erhebungen und Berge. Ich will an dieser Stelle nicht behaupten, dass man bei der Verwendung von GND Filtern keine Fehler machen kann, aber wenn man vorsichtig ist kann man tolle Ergebnisse direkt vor Ort ohne lange Nachbearbeitung machen.

Before After

Fazit.

Seit vielen Jahren verwende ich unterschiedlichste Filter. 

Vor ca. 15 Jahren habe ich begonnen habe ich begonnen mit Polfiltern und UV-Filtern zu fotografieren. Die Begeisterung für Polfilter hat sich bei mir sehr schnell entwickelt und meine Begeisterung zu diesen Filtern ist seitdem ungetrübt. Die Verwendung von UV-Filtern habe ich sehr bald wieder beendet, da ich hierbei keinen Effekt erkennen konnte und da bei eingehender Recherche die Zweifel zu diesen Produkten nur größer geworden sind. Also UV-Filter sind im besten Fall ein Schutz für das Frontelement des Objektivs.

Ein paar Jahre und einige Fachbücher später, habe ich im Jahr 2013 meine ersten Verlaufs und Graufilter angeschafft. Ich wollte auch die schwierigen Lichtsituationen in einer Auslösung und direkt in die Kamera bringen ohne aufwändige Nachbearbeitung betreiben zu müssen. Nachdem ich die erste Filterserie mit 75 mm getestet hatte folgte durch die Umstellung auf Vollformat und kürzere Brennweiten der Umstieg auf die hochwertigen Glasfilter von HAIDA im Jahr 2015 und seitdem bin ich absolut begeistert von diesen Produkten. Erfreulicherweise hat sich die Beziehung zwischen Haida Filter und Philipp Jakesch Photography verstärkt und seit Jänner 2019 darf ich als Markenbotschafter des Filterunternehmens auftreten.

Meine Top 3 Filter.

Platz 1:
Haida Circular Pol Filter

Platz 2:
Haida red diamond GND 0.9 soft grad

Platz 3:
Haida red diamond ND 1.5 (64x)

Danke fürs Lesen und weiterhin viel Spaß beim Fotografieren. Sollten während des Lesens Fragen zum Thema Filter aufgetaucht sein, freue ich mich über eine Nachricht. Sollte das Interesse gegenüber Filtern, bzw. den Test von Filtern vorhanden sein, stehen einige interessante Fotokurse bereit, in denen ein ausgiebiger Test möglich ist. Ich freue mich über Kontaktaufnahme.

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