Die drei wichtigsten Kompositionstipps

Die drei wichtigsten Kompositionstipps

Komposition ist das entscheidende Element in guten Bildern. Gute Komposition und aussagekräftige Bildsprache lassen mittelmäßige Bilder in höhere Sphären aufsteigen. Durch den richtigen Bildaufbau wird die Aussage derartig verstärkt, dass man aus annehmbaren Bildern erstaunliche Werke schafft. Die Technik und die Kameraeinstellungen sind die beherrschbare Basis und darauf aufbauend kommt das Element Komposition, welches man stätig verbessern und verstärken kann.

#1 Remove Clutter – Unordnung Vermeiden

Wie kann man Unordnung in Bildern verstehen? Was stört den Betrachtenden und wie kann man Störelemente vermeiden?

Unordnung in einem Bild kann von vielen Faktoren ausgehen. Einerseits kann der Eindruck von Störelementen in einem Foto durch eine Interaktion von unterschiedlichen Bildelementen kommen oder auch durch ein Element, welches in den Bildbereich ragt, ohne einen Bezug dazu herstellen zu können. Der Klassiker an Störelementen, ist ein kleiner Ast, ein Zweig, ein Grashalm der von der Seite in den sonst leeren und ruhigen Bildbereich ragt. Diese Art von Störung kann auch in einer eventuellen Nachbearbeitung korrigiert werden. Nach Möglichkeit sollte jedoch immer darauf geachtet werden, die Aufnahme möglichst detailreich und aussagekräftig einzufangen. Nicht immer ist es möglich, alle Störelemente vor Ort zu eliminieren und dadurch für ein ausreichend aufgeräumtes Bild zu sorgen. Es gilt jedoch definitiv, dass man versuchen sollte das bestmögliche Bild bereits in der Kamera zu erzeugen und nicht erst in der Nachbearbeitung am Computer. Einige Störbereiche können nur sehr schwer im in der Nachbearbeitung reduziert werden und es wird teilweise auch keine zufriedenstellende Lösung gefunden.

How to: Wie komme ich zu einer Komposition ohne zu viel Unordnung im Bild zu haben? Nachdem man sein Wunschmotiv gefunden hat, nimmt man die Kamera zur Hand und versucht sich so zu positionieren, dass das Motiv gut zur Geltung kommt. Gleichzeitig sollte man sich überlegen, wie man die Bildaussage möglichst klar und deutlich transportieren kann. Verwendet man eine kleine Blende (z.B.: f/22) um einen möglichst großen Bereich „scharf“ abzubilden oder eine sehr offene Blende wie zum Beispiel f/1,4 um das Motiv stark von Vorder- und Hintergrund zu trennen. Nachdem die ersten Entscheidungen gefallen sind, wird ein Testfoto angefertigt, welches man auf dem Display auf Schärfe, Fokus, Belichtung und Komposition überprüft. Hier wird abgesehen von der generellen Bildwirkung besonderes Augenmerk auf die Randbereiche gelegt. Es sollte keine unangenehmen Elemente enthalten, welche den Fokus vom Hauptmotiv ablenken. Zusätzlich ist darauf zu achten, dass der Horizont absolut gerade ist. Wenige Dinge sind unangenehmer für den Betrachtenden als ein schiefer Horizont!

#2 Enhace Foreground – Vordergrund verbessern

Wozu brauche ich einen Vordergrund? Reicht mein Motiv alleine für ein tolles Bild?

Der Vordergrund ist ein mächtiges Werkzeug, welches eine Bildaussage und die Betrachtungsdauer derartig verstärken kann, dass das mehr oder weniger selbe Bild um ein Vielfaches interessanter wirkt. Als Rezipient bekommt man nicht nur ein Bild, sondern eine ganze Geschichte. Einen Weg, der durch das Bild führt – das Auge verweilt in einzelnen Bereichen länger und zieht weiter entlang von Linien und Kurven, die hellen Bereiche werden verstärkt und dementsprechend auch länger wahrgenommen und es entstehen Gefühle bei der Betrachtung.  

How to: Vergleicht man die beiden Bilder vom bayrischen Eibsee, so erkennt man, dass in beiden Bildern ein Vordergrund verwendet wird, der dem Bild etwas Tiefe verleiht. Für die Verstärkung der Tiefenwirkung wurde im rechten Bild ein Stück Treibholz mit in das Bild genommen und somit die Tiefenwirkung deutlich verstärkt. Das Holz hebt sich durch die hellere Farbe sehr gut vom schön strukturierten Untergrund ab und bildet somit ein großes Vordergrundinteresse. Nachdem man dem Stamm bis zum Ende gefolgt ist, stößt man auf die kleine Insel, die sich im ruhigen See spiegelt. Es wurde sehr genau darauf geachtet, dass die Aufteilung möglichst harmonisch ist und jedes Bildelement genug Platz hat, ohne von einem anderen Element negativ beeinflusst zu werden. Schauen Sie beide Bilder genau an. Wie wandert Ihr Auge durch das Bild und welches gefällt Ihnen besser? Wie unterscheidet sich die Perspektive und wodurch wurde die Tiefenwirkung am Meisten beeinflusst?

Schreiben Sie mir, ich freue mich über Kommentare und Fragen!

#3 Crop - Der Richtige Bildausschnitt

Gibt es eigentlich so etwas wie einen richtigen Bildausschnitt? Welches Format soll ich wählen? Was ist besser, Quer- oder Hochformat? Warum soll ich den Bildbereich verändern?

Viele Fragen zu einem wichtigen Thema. Der Bildausschnitt kann die Bildwirkung komplett ändern und ein Foto fundamental anders erscheinen lassen. Durch die Veränderung des Ausschnitts wird der Fokus im Bild auf einen ganz anderen Bereich gelegt. Am Häufigsten sieht man Bildformate wie, 2:3, 4:5, 4:3 oder 2:1. Aber welches Format soll man wofür wählen und kann ich auch ein anderes Format wählen, das kein Standardformat ist?

Prinzipiell soll das Bildformat immer an die Bildaussage angepasst werden. Mit einem Landschaftsbild im Hochformat kann man deutlich mehr Tiefe erzeugen als mit einem Bild im Querformat. Ebenso kann mit einer Portraitaufnahme im Querformat die Umgebung besser mit einbeziehen und somit einen Kontext liefern, der wiederum mehr Aussage zur Geschichte hinter dem Bild ermöglicht. In jedem Fall soll der Ausschnitt bereits vor Ort überlegt und hinterfragt werden. Nicht jedes Landschaftsbild sollte im Querformat und auch nicht jedes Portrait sollte im Hochformat aufgenommen werden. Somit gibt es auch keinen richtigen und auch keinen falschen Bildausschnitt. Der Ausschnitt verstärkt lediglich das Motiv oder schwächt es ab! Zusätzlich macht es auch Sinn unterschiedliche Bilder in beiden Orientierungen aufzunehmen, um auch zu Hause noch entscheiden zu können, welches „besser“ ist.

How to: Um ein möglichst aussagekräftiges Bild zu erhalten ist der Ausschnitt sehr wichtig und man sollte, noch bevor man die Kamera auf das Stativ stellt, durch die einen schönen Bereich auswählen. Bereits bei der Betrachtung durch die Kamera sollte man sich Gedanken machen, ob ein Bild im Quer- oder Hochformat oder gar Quadratisch werden sollte. Nachdem diese Frage beantwortet ist, sollte die Kamera entsprechend positioniert werden. Vergleicht man die beiden Bilder am Almsee in Oberösterreich, so erkennt man, dass der Himmel im rechten Bild reduziert wurde. Warum wurde hier der Himmel beschnitten? An diesem Abend am See waren keine Wolken am Himmel und daher auch kein Interesse in diesem Bildbereich. Durch die Reduktion des oberen Bildabschnitts konnte mehr Aufmerksamkeit auf das Hauptmotiv (die Bergkette mit Spiegelung) gelegt werden. Durch die Wellen wurde der Leere Bereich im Vordergrund gefüllt.

Resümee: Die Bildkomposition ist ein Bereich der Fotografie, dem gar nicht genügend Aufmerksamkeit gewidmet werden kann. Man kann sich sowohl aktiv als auch passiv damit beschäftigen. Aktiv kann man fotografisch an der eigenen Komposition arbeiten und durch Anpassungen vor Ort bewusst verbessern. Zusätzlich kann man passiv am eigenen Bildaufbau arbeiten indem man Ausstellungen und Kunstgalerien besucht und von großen und bekannten Künstlerinnen und Künstlern lernt.

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